Stadtarchiv Troisdorf, Pressesammlung: Siegburger Kreisblatt vom 27. Februar 1916
Lehrer Bourauel wird erneut befördert.
Troisdorf. Offizierstellvertreter Bou-
rauel, Lehrer hierselbst, wurde zum Leut-
nant der Reserve befördert.
Stadtarchiv Troisdorf, Pressesammlung: Siegburger Kreisblatt vom 27. Februar 1916
Krähenplage in Niederschlesien.
Vernichtungsfeldzug gegen die Krähen.
Da die ungeheuren Krähenschwärme in Nie-
derschlesien, ganz besonders in der Oberlausitz,
an den Saaten und am Wildstand großen
Schaden anrichten, ist in sämtlichen Kreisen
des Regierungsbezirks Liegnitz ein gemeinsamer
Vernichtungsfeldzug gegen die Krähen aufge-
nommen worden. Um einen nennenswerten Er-
folg zu erzielen, wurde ein gemeinsames Vor-
gehen für notwendig erachtet. Die Landräte
der einzelnen Kreise haben die Eigenjagdbe-
sitzer, die Jagdpächter und Gemeinden veran-
laßt, in der Zeit vom 15. Februar bis 6. März
Giftbrocken auf den Fluren auszulegen.
Kreisarchiv Euskirchen, Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden und Umgegend (Amtliches Kreisblatt) vom 26. Februar 1916
Warnung vor Nebenabreden beim Tierhandel zur Umgehung der festgelegten Höchstpreise
Schleiden, 24. Febr. Neuerdings wird der
Versuch gemacht, die Höchstpreise für Schweine da-
durch zu umgehen, daß man neben dem Höchstpreise
besondere Trinkgelder verabredet, welche in einem
einzelnen Falle sogar pro Pfund bemessen gewesen
sein sollen. Die Händler und Landwirt seien drin-
gend vor derartigen Machenschaften gewarnt, da viele
Dinge natürlich ebenso strafbar sind, wie die un-
mittelbare Ueberschreitung des Höchstpreises, da sie ja
nichts anderes darstellen.
Kreisarchiv Euskirchen, Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden und Umgegend (Amtliches Kreisblatt) vom 26. Februar 1916
Bestätigung der Versiegelung der Hausschrotmühlen im Kreis Schleiden
Bekanntmachung.
Die für den Kreis Schleiden angeordnete Versiegelung
der Hausschrotmühlen ist vom Herrn Regierungs-
präsidenten unterm 16. ds. Mts. M. 960 auf Grund
des § 2 der Verordnung des stellvertretenden General-
kommandos 8. Armeekorps vom 19. Januar ds. Js.
bestätigt worden.
Schleiden, den 21. Februar 1916
Der Königliche Landrat,
I[n] V[ertretung]: Rausch, Kreissekretär.
Kreisarchiv Euskirchen, Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden und Umgegend (Amtliches Kreisblatt) vom 26. Februar 1916
Verurteilung von Landwirten im Kreis Schleiden wegen Verstoß gegen Kriegsverordnungen
Schleiden, 24. Febr. Rund 70 Landwirte aus
dem Kreise Schleiden wurden vom Königlichen Schöffen-
gericht in Gemünd bisher wergen Vergehen gehen die
durch den Krieg hervorgerufenen Verordnungen bestraft.
Diese bedauerliche Tatsache sei hiermit festgestellt zur
Warnung aller dem Kreise angehörigen Landwirte.

Stadtarchiv Hilden, Rheinisches Volksblatt vom 26. Februar 2016
Informationen über die Hinterbliebenenrente
Hilden, 28. Febr. Ueber die Bestimmungen betr.
Hinterbliebenenrente herrscht, sofern es sich um
Gefallene handelt, wohl allenthalben infolge der wieder-
holten Bekanntmachungen Klarheit. Nicht allgemein be-
kannt sind aber die Bestimmungen für Auszahlungen und
Anforderung der Hinterbliebenenrente aus der Invaliden-
versicherung bei Vermißten. Eine Auszahlung der Rente
erfolgt nur auf Antrag der Angehörigen der Vermißten.
Der Antrag ist sofort, nachdem ein Jahr lang keine Nach-
richt eingetroffen ist, bei dem Versicherungsamt des Wohn-
ortes zu stellen, damit die Rechte aus dieser Versicherung
gewahrt werden. Dabei sind folgende Schriftstücke mit
vorzulegen: die letzte Quittungskarte des Vermißten und
die Aufrechnungsbescheinigungen über seine früheren Kar-
ten; die letzte Quittungskarte der Ehefrau, falls sie ver-
sichert ist; die standesamtliche, übrigens kostenlos zu er-
teilende Heiratsurkunde und die Geburtsurkunden der Kin-
der unter 15 Jahren. Außerdem muß die letzte Nachricht
des vermißten Kriegsteilnehmers oder die amtliche Mit-
teilung, daß der Kriegsteilnehmer vermißt wird, beigefügt
werden.
Stadtarchiv Solingen, Bergische Arbeiterstimme 26. Februar 1916
Auch der zweite Teil des Vortrages von Prof. Bindhardt in der Volkshochschule Solingen über „Krieg und Kunst“, in dessen Mittelpunkt die islamische Kunst des Orient stand, wird von Arno Franke (A.F.) ausführlich und lobend besprochen
Krieg und Kunst.
Den im Brennpunkte der gegenwärtigen Kriegsereignisse stehen-
den Teil dieser Frage behandelte Herr Prof[essor] Bindhardt gestern
abend in seinem letzten Vortrage: „Die Kunst des Orients.“
Der Redner führte einleitend aus, daß der Orient heute im Vorder-
grunde der Zukunftsinteressen der Kriegführenden stehe. Die Kennt-
nis des Orients und seiner Kunst sei über dem Interesse an der
griechischen und römischen Antike unverdientermaßen vernachlässigt
worden. Heute dagegen hat die geistige Welt, die wir unter der Be-
zeichnung des Islam zusammenfassen, wieder unser Interesse auf
sich gezogen. Was die großen Heldensagen dieser Völker von ver-
gangenen kriegerischen Vorgängen erzählen, ist klein geworden gegen
die Ereignisse, die sich heute auf diesem Boden vollziehen und vor-
bereiten. Am Suez stand vor 5-6000 Jahren eine Welt, von der
wir heute noch lernen könnten; im Iraktale standen Städte,
Tempel und andere Kulturwerke, die heute noch das bewundernde
Interesse der Forscher erregen, und die ägyptische, assyrische
und babylonische Kultur redet heute noch in ihrer gewaltigen
Formensprache zu uns.
Archiv des Landschaftsverbandes Rheinland (ALVR), Bestand Organisationsabteilung der Rheinischen Provinzialverwaltung, Nr. 3103
Die Zentralstelle für freiwillige Liebestätigkeit in Düsseldorf kündigt der Provinzialverwaltung einen Vortrag des Leutnants Landt zum Thema “Der Krieg in den Lüften” zugunsten der Kriegsfürsorge an. Der Vortrag wird nach Eingang per Umlauf der Abteilung I des Provinzialverbandes und der Kanzlei zur Kenntnis gegeben.
Stadtarchiv Bornheim, Bestand StAB 14: Schulchronik Volksschule Rösberg (heute Stadt Bornheim) vom 26.02.1916
Eintrag in der Schulchronik Rösberg anlässlich des Sieges der deutschen Truppen in Verdun
Es traf die Nachricht von unserem kriegerischen Vorgehen bei Verdun ein. Die Kinder wurden damit bekannt gemacht und an der Hand der Karte auf die Wichtigkeit dieser stärksten Festung Frankreichs hingewiesen. Es war für den Tag schulfrei.

Stadtarchiv Hilden, Rheinisches Volksblatt vom 25. Februar 1916
Die vierte Kriegsanleihe erfolgt
Hilden, 25. Febr. Die vierte Kriegs-
anleihe. Wie wir von zuverlässiger Seite hören, be-
ginnt der erste Zeichnungstermin für die vierte Kriegs-
anleihe am 4. März und endigt am 22. März. Die
vierte Kriegsanleihe wird zu einem Kurse von
98,50 Prozent bei 5proz. Verzinsung und
einer Unkündbarkeit bis zum Jahre 1924 herausgegeben.
Der Ausgabekurs bei der letzten Anleihe betrug bei glei-
cher Verzinsung 99 Prozent. Die Verzinsung erfolgt im
Januar und Juli. Der erste Einzahlungstag ist der
18. April. Gleichzeitig werden zu 4 ½ Prozent verzins-
liche Schatzanweisungen zu einem Kurse von 95 Prozent
ausgegeben. Ohne Frage wird auch diese Anleihe wieder
einen großen Erfolg bringen.
Stadtarchiv Troisdorf, Pressesammlung: Siegburger Kreisblatt vom 25. Februar 1916
Der Obstanbau soll gefördert werden.
– Eine zeitgemäße Arbeit. Im Kriegs-
jahre 1915 war eine außergewöhnlich starke
Nachfrage nach Obst aller Art festzuchstellen.
Trotz der reichen einheimischen Obsternte ist
kein Ueberangebot vorhanden gewesen. Es
ist auch mit Bestimmtheit anzunehmen, daß
in zukünftigen Jahren der Obstbedarf sich
steigern wird. Wer soll in Zukunft diesen
steigenden Obstbedarf decken? Das Ausland
oder der deutsche Landwirt? Hierauf gibt es
nur eine Antwort und die lautet: Jeder
Deutsche, der auf eigener Scholle sitzt, der
ein Stück Land sein eigen nennt, hat die
Verpflichtung, durch die jetzt vorzunehmende
Anpflanzung von Obstbäumen und deren
zukünftige Erträge unser deutsches Vater-
land auch in dieser Beziehung vom Aus-
lande unabhängig zu machen. Die Erfül-
lung dieser Verpflichtung erfordert von den
einzelnen nur geringe Mittel und Arbeits-
aufwendungen, sie bringt jedoch hundert-
fache Zinsen. Die Landwirtschaftskammer
für die Rheinprovinz in Bonn ist gerne
bereit, kostenlos schriftliche Ratschläge über
Sortenwahl und Anpflanzung von Obst-
bäumen zu erteilen.
Stadtarchiv Troisdorf, Pressesammlung: Siegburger Kreisblatt vom 25. Februar 1916
Die Fahrpreisermäßigung für Angehörige wird weiter gefasst.
– Fahrpreisermäßigung für Angehörige
von Kriegsteilnehmern. Ebenso wie den
Stiefeltern wird die für Angehörige kran-
ker, verwundeter oder verstorbener deutscher
Kriegsteilnehmer eingeführte Fahrpreiser-
mäßigung bei Erfüllung vorgesehener Vor-
aussetzungen nunmehr auch den Stiefkindern
und Stiefgeschwistern gewährt.
Stadtarchiv Solingen, Bergische Arbeiterstimme 25. Februar 1916
Da immer mehr nicht aus Wald stammende Personen das Angebot der städtischen Lebensmittel-Verkäufe nutzen, werden diese nur noch nach Vorzeigen der Brotkarte an Einheimische verkauft.
Wald. Keine Lebensmittel an die „Frem-
den“. Der Bürgermeister macht bekannt: Es ist in letzter
Zeit in zunehmendem Maße beobachtet worden, daß die Be-
wohner der Nachbargemeinden in hiesigen Lebensmittel-
geschäften und besonders auch in den städtischen Verkaufsstellen
Kartoffeln und sonstige Nahrungsmittel kaufen, die nach der
Verteilung nur für Einwohner der Stadt Wald bestimmt sind
und nachher hier fehlen werden. Um diesen Uebelstand zu heben,
können für die Folge nur gegen Vorzeigung der Brot-
karte solche auf die Bevölkerungsziffer zugeteilten Nah-
rungsmittel verkauft werden. Jeder Käufer hat also seine
Brotkarte vorzuzeigen.