Stadtarchiv Goch, Bestand Völcker-Janssen, Niederrheinisches Volksblatt, Gocher Zeitung, vom 21.9.1914, Lokalteil.
Ein Gocher Soldat ist von einer französischen Kugel in der Herzgegend getroffen worden und hat nur mit sehr viel Glück überlebt.
Auf wunderbare Weise ist ein hier gestern Abend eingetroffener verwundeter Krieger aus hiesiger Stadt dem Tode entronnen. Eine französische Kugel traf ihn bei einem Nahgefecht genau in der Herzgegend, prallte hier aber an der, sich aus ihrer gewöhnlichen Lage – Mitte der Brust -, verschobenen metallenen Erkennungsmarke ab, nahm sodann, den Waffenrock zerfetzend, ihren Weg schräg am Körper des im Liegen schießenden Soldaten entlang und hätte zweifellos noch das rechte Bein des Braven durchschlagen, hätte nicht seine in der Hosentasche befindliche Taschenuhr den Lauf der Kugel aufs neue gehemmt. Von der Wucht des Aufschlages zeugt insbesondere die total zerschmetterte und verbogene Uhr, die der in der Herzgegend – zum Glück nur leicht – Verwundete nebst der ebenfalls zerschossenen Erkennungsmarke als sichtbares Zeichen einer gütigen Vorsehung bewahrt.
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Stadtarchiv Goch (21. September 2014). 21. September 1914. 1914-1918: Ein rheinisches Tagebuch. Abgerufen am 7. September 2026 von https://doi.org/10.58079/cltb
