10. August 1914

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Stadtarchiv Solingen, Bergische Arbeiterstimme 10. August 1914

Ein Versuch, die Berichte anderer Zeitungen über belgische Kriegsgräuel zu relativieren. 

                  Kriegsgreuel und Kriegsschwindel!
   Daß der Krieg die niedrigsten Instinkte im Menschen wach-
ruft und Brutalität und Gemeinheit aller Art auslöst, ist eine
der entsetzlichsten Wirkungen dieser Geißel der Menschheit. Die
Kriegsgeschichte aller Zeiten und Völker lehrt auch, daß die
Kulturvölker nicht davor geschützt sind, im Kriege zu Bestien zu
werden. Kaum daß im jetzigen Kriege die ersten Zusammen-
stöße stattgefunden haben, da wimmelt es auch schon von Mel-
dungen über die dabei verübten Greuel. Die „Kölnische Z[ei]t[un]g“
und andere Blätter bringen jetzt haarsträubende Berichte über
Grausamkeiten der belgischen Zivilbevölkerung gegen deutsche
Soldaten und auch gegen deutsche Zivilpersonen. Diese Mel-
dungen beruhen zweifellos auf subjektiv gefärbten Berichten von
deutscher Seite und es ist sicher, daß man in Belgien und
Frankreich umgekehrt von Greueln redet, die von deutscher Seite
hier im Lande und bei den Gefechten in Belgien verübt worden.

Stadtarchiv Solingen
Stadtarchiv Solingen

OpenEdition schlägt Ihnen vor, diesen Beitrag wie folgt zu zitieren:
Stadtarchiv Solingen (10. August 2014). 10. August 1914. 1914-1918: Ein rheinisches Tagebuch. Abgerufen am 3. September 2026 von https://doi.org/10.58079/clpc


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